Ladengestaltung: Mit Tapeten Atmosphäre schaffen

Ein Gastbeitrag von Annette Gilles

 Nicht nur in Bezug auf die Produktsortimente, auch beim Retail- bzw. Ladenbau-Design geht es darum, sich abzuheben: durch individuelle Gestaltungsideen und exklusive Lösungen, die die Identität des Hauses widerspiegeln. Mit Tapeten gelingt dies leicht.

Ladengestaltung: Mit Tapeten Atmosphäre schaffen

Ein Gastbeitrag von Annette Gilles

 Nicht nur in Bezug auf die Produktsortimente, auch beim Retail- bzw. Ladenbau-Design geht es darum, sich abzuheben: durch individuelle Gestaltungsideen und exklusive Lösungen, die die Identität des Hauses widerspiegeln. Mit Tapeten gelingt dies leicht.

Bei der Gestaltung von Retail- und auch Gastronomie-Flächen wird relativ häufig mit Tapeten gearbeitet. Und das hat seinen Grund. Denn wenn es darum geht, im Store eine wohnliche Atmosphäre zu schaffen oder auf der Fläche seine individuelle Duftmarke oder ein emotionales Statement zu setzen, dann ist die Tapete das perfekte Tool. Immer mehr Innenarchitekten setzen auf Tapete, weil man mit Tapeten selbst bestehende Shops noch nachträglich und ohne großen Aufwand verändern kann.

 Mit Mustertapeten kann man viel verändern, Illusionen schaffen und besondere Stimmungen zaubern.

 Und das gilt nicht nur für längerfristige Maßnahmen wie Um- oder Neubauten, sondern auch für gestalterische Nachbesserungen. Auch für nur kurzzeitig gültige Visual-Merchandising-Maßnahmen wie Deko-Inseln auf der Fläche oder Schaufenster-Dekorationen, spezielle Szenarien für besondere Aktionen oder Events oder einfach nur um auf der Fläche frische Impulse zu setzen, ist die Tapete ein ebenso wirkungsvolles wie unkompliziertes Tool. Denn nur 15 Prozent der in Deutschland verkauften Produkte sind Papier-Tapeten, wie man sie früher kannte und bei denen vorab eine langwierige Bearbeitung erforderlich war, bevor sie bahnenweise an der Wand angebracht werden konnten.

Moderne Tapeten dagegen bestehen aus einem elastischen und gleichzeitig dimensionsstabilen Vlies, sie können daher nicht nur ohne Vorarbeiten unmittelbar auf der Wand angewendet und auch rückstandslos wieder entfernt werden, indem man sie einfach von der Wand abzieht; man kann sie sogar aufbewahren, um sie mehrmals zu nutzen.

Und da Tapeten in der Regel nicht für alle vier Wände des Verkaufsraumes, sondern nur punktuell für bestimmte Bereiche, eine Eyecatcherwand oder eben Visual-Merchandising-Maßnahmen eingesetzt werden, bleibt die Investition angesichts einer Preisspanne von circa vier bis rund hundert Euro pro Quadratmeter generell überschaubar.

Botanik ist der stärkste Trend in der Ladengestaltung

Nahezu unbegrenzt ist dagegen die Spannbreite der Designs in den Kollektionen der Tapeten-Anbieter. Besonders angesagt ist derzeit der gesamte Themenkomplex „Botanik“, der auch perspektivisch im Trend bleiben soll und in allen erdenklichen Stilrichtungen durchgespielt wird: Es gibt Interpretationen mit Dschungel-Motiven, großen Blättern oder ganzen Wäldern, naturalistisch oder stilisiert, authentisch oder vor einem graphisch-geometrischen Hintergrund in Szene gesetzt; das Farbspektrum reicht von den Grüntönen der natürlichen Vorbilder bis zu Smaragd- oder Petrol-Nuancen.

Bei der Marburger Tapetenfabrik kommen auch weitere Farbigkeiten hinzu, die Wälder werden zunehmend bunter. Der Chefdesigner des Hauses, Felix Diener, sieht auch in anderen Stilrichtungen Akzente, zum Beispiel Kupferstich oder Jugendstil, die sich etwas zurückgenommener präsentieren.

Auch Blüten und Vögel bereichern die diversen Szenerien. Neuerdings sind auch immer mehr Wildtierarten wie etwa Affen oder Leoparden zu entdecken. Bei Rasch Tapeten ist Atelier-Leiterin Marjolein van der Aa für das Trendsetting zuständig und Sie weiß: neben den botanisch inspirierten Designs sind auch Beton- und Stein- oder Holzoptiken eine wichtige Thematik; damit einher gehen neutralere Farbgebungen aus der Palette der Grau- und Natur-Nuancen.

 Und welche Trends wird die Zukunft bringen? Felix Diener hält „grafische Formen, auch aufgelöst oder deconstructed“ für vielversprechend. Marjolein van der Aa glaubt „stark an Chinoiserie-Motive und das Thema Japan“. Auch das Spiel mit Matt und Glanz ist stark im Kommen.

Auch Logos sind möglich

Doch man muss sich nicht zwingend an den angesagten Trends orientieren. Die freie Auswahl ist erlaubt und an die Wand kommt, was zum Konzept passt.

Bei der Hohenberger Tapeten-Manufaktur Taubert GmbH reicht die Palette von ornamentalen über floralen bis zu grafischen oder geometrischen Entwürfen.

Schließlich geht es im Retail-Design vor allem darum, sich vom Wettbewerb abzuheben und die Identität des Hauses widerzuspiegeln. Daher sind bei der Gestaltung der Flächen zunehmend individuelle Lösungen gefragt – und die können durch die Möglichkeiten des Digitaldrucks ohne großen Aufwand umgesetzt werden.

„Viele Kunden kommen schon mit einer bestimmten Farb- oder Designvorstellung“, sagt Ralf Taubert von Hohenberger, „oft soll auch ein Logo eingearbeitet werden.“ Der zeitliche Rahmen für solche Unikate beträgt „vom ersten Gespräch bis zur Auslieferung zwischen drei und acht Wochen“, so Taubert. Auch hinsichtlich der Auflage ist bei A.S. Création alles möglich. Laut Kevin Schenk, Vertrieb Objekt bei A.S. Création, wird vom individuellen Einzeldruck bis zur Serienfertigung in unbegrenzter Stückzahl alles angefragt und geliefert.

Oft geht es auch darum, ein genau auf eine bestimmte Wand oder Situation zugeschnittenes Bild zu finden. Zwar gibt es in den Kollektionen vieler Hersteller spezielle Formate für den Objektbereich, die beispielsweise 3,20m breit und 10m hoch sind, so dass man eine ganze Wand ohne störende Nähte gestalten kann. Doch oft werden exklusive Lösungen gesucht. 

Der Digitaldruck eröffnet neue Möglichkeiten, denn hier ist es problemlos möglich, großformatige, raumhoch abgepasste Lösungen umzusetzen. Eine gute Quelle, um passende Motive für ein individuelles Tapetendesign zu finden, seien Bildagenturen, da deren Auflösungen mittlerweile hoch genug seien.

Und worauf muss man darüber hinaus achten, wenn man eine Tapete für seinen Store auswählt? Zwar kann man für Retailflächen – im Gegensatz zum Hotelbereich, wo hochstrapazierfähige Tapeten ein Muss sind – grundsätzlich Produkte für den privaten Bedarf wählen. Dennoch braucht man für den Einsatzbereich Retail ein Produkt, das unkompliziert und relativ robust ist. Zudem sollte man nicht nur auf die Optik, sondern auch auf die Haptik achten. Wie etwa eine Tapete mit textiler Anmutung.

Das Wichtigste ist jedoch, dass man ein Design findet, das Wohnlichkeit, Atmosphäre und Emotionalität erzeugt und gleichzeitig die Identität des Hauses perfekt widerspiegelt.

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